Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Die Ausgangssituation

Die Goethe-Universität (GU) ist eine Volluniversität mit über 40.000 Studierenden, die über ausgewiesene Forschungsschwerpunkte sowohl in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften als auch in den Natur- und Lebenswissenschaften verfügt. In den letzten zehn Jahren hat sie einen dynamischen Veränderungsprozess durchlaufen. Sichtbarer Ausdruck ist der Aus- und Neubau ihrer Universitätsstandorte sowie die Umwandlung in eine Stiftungsuniversität 2008. Die GU kooperiert eng mit außeruniversitären Forschungsinstituten, kulturellen Einrichtungen und Unternehmen.

Die Goethe-Universität engagiert sich im Rahmen des Qualitätspaktes Lehre in zwei Vorhaben:


Zum Vorhaben Starker Start ins Studium, Förderkennzeichen 01PL11050

Projektlogo Starker StartBessere Lehre in der Studieneingangsphase!
Mit dem erfolgreichen Antrag im Rahmen des „Qualitätspaktes Lehre“ will die Goethe-Universität in den nächsten fünf Jahre die Studieneingangsphase systematisch verbessern, denn hier werden die Weichen für Verlauf und Erfolg des Studiums gestellt. Die GU setzt die eingeworbenen Mittel zur Einrichtung von vier fachbereichsübergreifenden Zentren für Lehre in den Sozialwissenschaften, den Geisteswissenschaften, den Naturwissenschaften und der Lehrerbildung ein.

  • Im sozialwissenschaftlichen Zentrum etwa soll die methodische Grundlagenausbildung vor allem in den ersten Semestern gefördert werden.
  • Die Naturwissenschaftler arbeiten in ihrem Zentrum zusammen, um die die Grundlagenausbildung in Mathematik, Physik und Chemie zu verbessern, die fundamentaler Bestandteil aller naturwissenschaftlichen Studiengänge sind.
  • Auch in den Geisteswissenschaften geht es um Förderung der Grundlagenkompetenzen, wie Schreibfähigkeit, analysierendes Lesen und präzises Argumentieren.
  • Das vierte Zentrum schließlich arbeitet an der Stärkung des Professionsbezugs für angehende Lehrerinnen und Lehrer innerhalb der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung.

Alle vier Zentren werden vom Zusammenschluss „Di3“ bei der didaktischen Qualifizierung der Lehrenden sowie der Tutoren/Tutorinnen und Mentoren/Mentorinnen unterstützt. Dahinter stehen die Einrichtungen studiumdigitale, das Interdisziplinäre Kolleg Hochschuldidaktik (IKH) und die Koordinationsstelle Diversity Policies im Gleichstellungsbüro.
Die Einrichtung der vier Fachzentren und die Berufung eines Beirats „Zukunft der Lehre“ sind die entscheidenden Ansatzpunkte, um neue Formen der Kommunikation, Zusammenarbeit und Qualitätssicherung in der Lehre zu ermöglichen und strukturell zu verankern. Zusätzliches Lehrpersonal – mehr als fünfzig Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen –  konnten neu geschaffen werden, und eine Ausweitung der Tutor/-innen- und Mentor/-innen-Programme sollen die Betreuungssituation verbessern und den Studienanfänger/-innen die Akkulturation in die Universität erleichtern.


Zum Vorhaben Praktische klinische Kompetenz - Netzwerk zur methodisch-didaktischen und curricularen Optimierung des Studiums der Humanmedizin, Förderkennzeichen 01PL12038A

Neun Arbeitspakete sind in drei Antragssäulen zu einem Ziel verwoben: die methodisch-didaktische und curriculare Optimierung des Medizinstudiums.

Hierbei leistet jeder der Verbundpartner, Frankfurt, Gießen und Marburg, aufgrund seiner Erfahrung in der Lehre einen spezifischen Beitrag. Für die Projektleitung und Verbundkoordination ist die Goethe-Universität Frankfurt verantwortlich. Im „Maris“, im Dr. Reinfried Pohl-Zentrum für medizinische Lehre in Marburg, das sich dezidiert mit Lehrinnovationen und Lehrforschung beschäftigt, wird das Projekt für den Verbundpartner Marburg koordiniert. Disziplinübergreifend werden alle auch chirurgisch relevanten praktischen Fertigkeiten in Bezug auf ihre Präsenz als Lehrgegenstand analysiert. Die kontinuierliche Erfassung, Bewertung und Bereitstellung von elektronischen Lehrmedien verläuft parallel zur wissenschaftlichen Analyse von Lehrinhalten, -methoden und Prüfungsformen für praktische klinische Fertigkeiten: Studierenden wie Lehrenden werden im Sinne eines „mobile Learning“ E-learning-Ressourcen zugänglich gemacht (erste, „methodische“ Säule).

Aufbauend auf den Lernzielen, die derzeit in den Fachgesellschaften erarbeitet werden, sollen die aktuell vermittelten Lehrinhalte gesichtet und hinsichtlich ihrer inhaltlichen Relevanz und Vollständigkeit geprüft werden. Die Evidenz verschiedener Unterrichtsmethoden zur Vermittlung praktischer klinischer Kompetenz  und ihre Prüfungsmethoden sollen in Marburg und mit den Partnern systematisch empirisch untersucht werden. Parallel dazu werden die chirurgischen Curricula der beteiligten Universitäten als Zeit-Inhalt-Kontinuum erfasst und systematisch untersucht (zweite, „curriculare“ Säule).

An den beteiligten Universitäten werden Qualifizierungsprogramme vorgenommen und damit neue Karrierewege für Ärztinnen/Ärzte aufgezeigt, die sowohl die Lehre im klinischen Alltag optimieren als auch die Attraktivität professioneller Lehre steigern. Die notwendige Lehrkompetenz der jüngeren Ärztinnen/Ärzte wird schließlich in einem Train-the-Teacher-Programm vermittelt und allen 36 deutschen medizinischen Fakultäten angeboten (dritte, „didaktische“ Säule).

Ansprechpartner

Projektleiterin "Starker Start":
Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl

 E-Mail

Projektleiterin "Praktische klinische Kompetenz":
Dr. Miriam Rüsseler

 E-Mail


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