Regionalworkshop Süd: Feedback und nun? – Feedback als strategische Grundlage der Gestaltung von Qualifizierungsangeboten in der Lehre: Technische Hochschule Nürnberg, 06./07. November 2017

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Stopp: Keine Bewertung!

Feedback hat sich im Alltags- und Arbeitskontext fest etabliert. In seiner ursprünglichen Bedeutung ist Feedback eine Rückmeldung. Ungewiss ist jedoch oft, welche Wirkung Rückmeldungen  hervorrufen und mit welcher Intension sie gegeben werden. Der Begriff der „Bewertung“ schwebt hier oftmals über allem. Welche konkreten Instrumente von „Feedback“ gibt im Hochschulkontext und wie kann gar eine systematische Feedbackkultur entstehen? Und darüber hinaus: Wie können Feedbackergebnisse strategisch genutzt werden, um neue Qualifizierungsangebote für Lehrende zu gestalten? Hochschuldidaktiker/innen und Projektverantwortliche aus ganz Deutschland haben darüber intensiv auf dem Regionalworkshop Süd des „Qualitätspakt Lehre“ an der TH Nürnberg gearbeitet.

Einleitend machte Prof. Dr. Oberbeck (Vizepräsident für Studium und Lehre) deutlich, dass Feedback an der TH Nürnberg eine wichtige Funktion hat: Es ist ein Instrument, um die Qualität von Lehre und damit das Lernen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Begrifflichkeiten Feedback und Evaluation liegen oft nah beieinander – ist damit im Hochschulkontext dasselbe gemeint?

Klar ist eines und dies hat Prof. Dr. Kim-Oliver Tietze in der Keynote offen gelegt: Damit Feedback eine Auswirkung bzw. förderlich für die persönliche Entwicklung und das Lernen ist, braucht es neben der individuellen Feedbackorientierung unbedingt organisationale Unterstützung. Zudem – und dies ist bisher noch eher unüblich – sollten verschiedene Feedbackinstrumente und -methoden miteinander kombiniert werden und nicht nur das klassische Lehrfeedback – die Lehrevaluation – eingesetzt werden. Damit hat Prof. Dr. Kim-Oliver Tietze die Diskussion für den weiteren Tagesverlauf eingeleitet.

Fünf Tische, fünf verschiedene Feedbackinstrumente von der Lehrevaluation und den Lehrbesuchen über Teaching Analysis Polls bis hin zu verschiedenen Kollegialen Verfahren wurden von mehr als 40 Teilnehmende diskutiert und handfeste Tipps und Best Practice ausgetauscht.

Die Frage der strategischen – und damit nachhaltigen – Nutzung von Feedbackergebnissen für die Angebotsgestaltung wurde in einer Zukunftswerkstatt konkret. Diese Methode versucht in einem Dreischritt neben der Reflexion der hinderlichen Faktoren eine Vision zu entwickeln, um diese dann mit konkreten Schritten zu untermauern.  Einigkeit herrschte darüber, dass Lehrende mit Feedback
eher zögerlich umgehen und es flankierende Maßnahmen braucht, die Vertrauen schaffen. Die Unterstützung durch die Hochschulleitung ist dabei ein wichtiger Gelingensfaktor, aber auch die kontinuierliche und kreative Ansprache von Lehrenden und das Schaffen von unkomplizierten Kontaktmöglichkeiten. Denn vor allem Neuberufene wünschen sich verstärkt Feedback – um sich in der Hochschule und in der Lehre zu orientieren und Entwicklungsprozesse konkret angehen zu können.

Eine detaillierte Dokumentation und die Ergebnisse finden Sie hier.

Ausrichtende Hochschule:
Die TH Nürnberg ist bundesweit eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Sie zeichnet sich aus durch ihr fachlich breites und praxisorientiertes Studienangebot, intensive Forschungstätigkeit, die starke Vernetzung mit Wirtschaft und Wissenschaft sowie ihre internationale Ausrichtung. Die TH Nürnberg nimmt seit 2012 mit dem Projekt „Mehr Qualität in Lehre, Beratung und Betreuung“ am Qualitätspakt Lehre teil. Ein Schwerpunkt der zweiten Förderphase liegt in der Ausgestaltung und Verankerung einer Feedbackkultur unter Lehrenden. Unter Anderem wird hierfür ein Qualifizierungsprogramm für Multiplikator/innen in der Lehre eingeführt.