Themenbezogene Workshops am 26.06.2015

Workshop 2-1: Forschendes Lernen – lässt sich Lehre im Format der Forschung realisieren?
Prof. Dr. Ludwig Huber legte in seinem Vortrag den Fokus auf Forschendes Lernen in der Studieneingangsphase.  Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meldeten in Kleingruppen zurück, was Wunsch und was Wirklichkeit im Forschenden Lernen an den Hochschulen ist.
Im zweiten Teil des Workshops wurde in einem Werkstattbericht zum Qualitätspakt Lehre-Projekt „Humboldt reloaded - Forschungspraxis von Anfang an“ der Universität Hohenheim das Forschende Lernen im Bachelorstudium genauer betrachtet.
An Thementischen wurde anschließend mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beleuchtet, wie Forschendes Lernen aus Perspektive der Studierenden, der Lehrenden und der Hochschule aussieht und was die jeweilige Beteiligtengruppe braucht, damit Forschendes Lernen für sie funktioniert, was die jeweilige Gruppe selbst dazu beitragen kann und welche Kombinationen von Lehr-/Lernformen es gibt. Abschließend wurden Gedanken, Ideen und offene Fragen in der großen Runde zusammengetragen und praktische Handlungswege skizziert.
Leitung: Prof. Dr. Martin Blum, Universität Hohenheim; Prof. Dr. Ludwig Huber, Universität Bielefeld; Julia Gerstenberg und Dr. Melvin Lippe, beide Universität Hohenheim

Workshop 2-2: Praxis-, problem- und projektorientierte Lehr-/Lernformen – wie können Theorie und Praxis verknüpft werden?
Ziel des Workshops war es, Möglichkeiten und Herausforderungen von Lehr- und Lernformen auszuloten, die Theorie und Praxis verknüpfen. Basierend auf einer Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen, Potenziale und Konzepte praxis-, problem- und projektorientierter Lehr- und Lernformen wurden Good Practices aus dem Lehralltag der Friedrich-Schiller-Universität Jena vorgestellt. Ausgehend hiervon diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen und im Plenum Fragen, die im Zusammenhang mit solchen Formaten entstehen: Vor welchen Herausforderungen stehen Lehrende, die praxis-, problem-, und projektorientiert lehren? Wie kann Leistungsbeurteilung in solchen Lehrformaten erfolgen? Welche Kompetenzen müssen Lehrende mitbringen, um innovative Formate in ihre Lehre einzubinden?
Leitung: Evelyn Hochheim und Dr. Kathrin Carl, beide Friedrich-Schiller-Universität Jena  

Workshop 2-3: Aktivierendes Lehren in großen Gruppen – mehr als „Clicker” im Hörsaal?
Ein Ziel des Workshops war, gängige  Vorstellungen und Erwartungen zu Aktivierendem Lernen kritisch zu beleuchten.
Der Workshop zielte auch darauf ab, den Teilnehmenden Peer Instruction und andere ausgewählte, aktivierende Beispiele für Methoden, die sich auch für den Einsatz in großen Gruppen eignen, näher zu bringen und vorzustellen. Entlang dieser Methoden wurde dann exemplarisch aufgezeigt, worauf es bei der Umsetzung der Methoden ankommt und welche didaktischen Aspekte für den Erfolg solcher Methoden verantwortlich sind.
Dabei wurde den Teilnehmenden die Möglichkeit geboten, einige Methoden selbst zu erleben sowie ihr Vorwissen und ihre Erfahrungen mit aktivierenden Methoden einzubringen. Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Prinzipien bei der Aktivierung von Lernenden greifen müssen, um das didaktische Potenzial der Methoden ausschöpfen zu können.
Leitung: Dr. Andrea Brose, Technische Universität Hamburg-Harburg; Kathrin Munt, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften-Hochschule Braunschweig/ Wolfenbüttel; Antje Nissler, Hochschule München

Workshop 2-4: Selbstlernen und Blended Learning – wie viel Betreuung ist notwendig?      
Ziel dieses Workshops war es, einen Austausch zwischen Lehrenden an Hochschulen über die Möglichkeiten und Grenzen zum eigenständigen Lernen von Studierenden zu ermöglichen. Darüber hinaus sollten die Lehrenden einen Einblick erhalten, mit welchen Methoden sie die Studierenden zum Selbstlernen anregen können und wie sie Methoden des Blended Learning in ihren, sehr unterschiedlichen, Veranstaltungsformaten umsetzen können.
Als greifbares Ergebnis des Workshops wurde eine Sammlung von Best Practice Beispielen entwickelt, in der u.a. auch methodische Ansätze des Blended Learning den strukturellen Gegebenheiten verschiedener Lehrsituation zugeordnet sind. Diese soll allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden und Lehrenden eine Hilfestellung bieten, für ihre Bedürfnisse passende Methoden des Blended Learning zu finden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll diese auf Basis des Workshops erstellte Übersicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Leitung: Prof. Dr. Ulrike Nett, Dr. Cornelia Gutmann und Stefanie Maaß, alle Universität Ulm

Workshop 2-5: Lernziele und Prüfungsformen – ist die Prüfung das Ziel?
An drei Stationen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Erfahrungen mit Chancen und Grenzen einer nachhaltigen Veränderung hochschulischer Prüfungsarchitekturen hin zu einer konsequenten Kompetenzorientierung:
- Welche Studiengangstrukturen (Curricula) ermöglichen eine kompetenzorientierte Prüfungsarchitektur?
- In welchen Fachkulturen liegt es näher als in anderen, kompetenzorientiert zu prüfen?
- Was erwarten Studierende von Prüfungen und Semestergestaltung?
In der Gesamtsicht der Ergebnisse wurden abschließende Statements von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu folgenden Fragen formuliert:
- Welche Notwendigkeiten für eine erweiterte Kompetenz der Lehrenden/Prüfenden sind zu beobachten?
- Was können/sollten hochschuldidaktische Weiterbildungsprogramme, Curriculumwerkstätten und Studiengänge leisten?
- Lehr-, Lern- und Prüfungskultur im Wandel – welche Beteiligungsprozesse sind notwendig?
Leitung: Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Dr. Birgit Szczyrba und Susanne Glaeser, alle Fachhochschule Köln

Workshop 2-6: Qualitätsstandards und Lehrevaluation – ist Wirksamkeit messbar?
Ziel des Workshops war es, methodische Probleme bei einer wirkungsorientierten Evaluation der Projekte, die im Rahmen des Qualitätspakts Lehre durchgeführt werden, zu thematisieren und Lösungsmöglichkeiten hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf verschiedene Projektkontexte zu diskutieren. Hierfür wurde der Workshop durch Inputreferate, durch Gruppenarbeitsphasen zur Bestimmung von Evaluationsgegenständen und Wirkungsannahmen sowie durch plenare Diskussionen gekennzeichnet. Im Einzelnen ging es darum, zu klären, was unter Wirkung aus Sicht der Evaluation zu verstehen ist, Ansprüche an Evaluation realistisch zu formulieren sowie Anforderungen einer professionellen Evaluation zu identifizieren.
Leitung: Prof. Dr. Philipp Pohlenz, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, und
Prof. Dr. Jan Hense, Justus-Liebig-Universität Gießen

Workshop 2-7: Vom Einzelfall in die Fläche – welche Strategien unterstützen die Einführung und Verbreitung neuer Lehr-/Lernformen?
Im Rahmen des Workshops wurden Unterstützungsmöglichkeiten zur Einführung und Verbreitung neuer Lehr-/Lernformen ausgetauscht. Neben einer Kurzvorstellung das Multiplikatoren-Projekt „Lehre@LMU“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie ausgewählter Projekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen des Multiplikatoren-Projekts sollte eine Gruppenübung Raum für weitere Themen und Akteure liefern. Im Rahmen eines World Café wurden  die Erfahrungen und die Expertise der Teilnehmerinnen und -teilnehmer aktiv einbezogen und interaktiv in Kleingruppen folgende Fragen diskutiert:
1. Wie können Lehrende für die Verbreitung neuer Lehr-Lernformen motiviert werden?
2. Wie können Lernende für die Verbreitung neuer Lehr-Lernformen motiviert werden?
3. Welche Rahmenbedingungen sollten berücksichtigt werden?
4. Welche Hindernisse können bei der Verbreitung entstehen?
5. Welche fachspezifischen vs. fächerübergreifenden Besonderheiten können unterschieden werden?
Die Ergebnisse der Diskussion wurden abschließend zusammengetragen, indem die gesammelten Ideen und Erfahrungen von der „Expertin“ bzw. dem „Experten“ der jeweiligen Gruppe präsentiert wurden.
Leitung: Dr. Angela Kuonath und Julia Specht, beide Ludwig-Maximilians-Universität München